Bioethanol
Bundesrat Leuenberger am Genfer
Automobilsalon 2006 mit E85-Saab
Verfahren
Bioethanol wird durch die Umwandlung von Kohlenhydraten, insbesondere Zuckern aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen. Dies können z.B. Getreideabfälle, Zuckerrüben oder Kartoffeln sein. Die aerobe, alkoholische Vergärung findet in einer zentralen Raffinerie statt. Landwirte im Einzugsgebiet einer Raffinerie können gezielt Rohstoffe für die Ethanolproduktion anbauen. Der gewonnene Ethylalkohol kann mit herkömmlichem Benzin gemischt und als Treibstoff verwendet werden. Bis zu einem Anteil von 5 bis 10% kann Bioethanol problemlos in Benzinmotoren verbrannt werden. Für höhere Mischungsverhältnisse, z.B. E85/ E100 bedarf es sogenannter Flex-Fuel-Fahrzeuge. Deren Motoren erkennen mittels Sensoren die entsprechenden Mischverhältnisse (vgl. Bioethanol als Treibstoff).

Produkte: Bioethanol, Trester als vollwertiges Futtermittel, Schlempe für die Biogasproduktion

Bioethanolmarkt
In der Schweiz ist im 2009 keine Produktionsanlage für Bioethanol in Betrieb. Die Borregaard Schweiz AG in Riedholz hat die Produktion eingestellt. In Westschweiz laufen im Projekt Beetalcool derzeit Versuche zur Alkoholvergärung und Destillation von Zuckerrüben und Abfallkartoffeln.

Die Bioethanolproduktion in der Schweiz ist derzeit nicht rentabel. Das Parlament hat sich zustimmend zur Aufhebung der Mineralölsteuer auf biogene Treibstoffe geäussert. Die Umsetzung dieser Gesetzesrevision kann sich positiv auf die Nachfrage auswirken (vgl. Gesetze). Die TrÖbiv (Treibstoff-Ökobilanzverordnung) regelt seit 2008 die ökologischen Anforderungen an den Import von Biomasse zur Treibstoffherstellung sowie der Einfuhr von Biotreibstoffen.