Sicherheit von Biogasanlagen Tagung vom 1. Oktober 2009 in Bern
Mit der zunehmenden Anzahl Biogasanlagen treten neue Fragen im Hinblick auf Qualität, Sicherheit und Akzeptanz auf. Am 1. Oktober 2009 trafen sich in Bern rund 80 Interessierte Planer, Berater, Anlagenhersteller und -betreiber sowie Vertreter aus Kantonen und Bund zur Fachtagung "Sicherheit von Biogasanlagen". Der erfolgreiche Anlass wurde von BiomassEnergie organisiert. Die Tagung sollte einen Beitrag dazu leisten, die relevanten Sicherheitsaspekte in Biogasanlagen zu analysieren und allfällige Risiken zu minimieren.
Bei Biogasanlagen können unterschiedliche Gefahren auftreten. Der Umgang mit explosiven Gasen und technischen Anlagen braucht fundiertes, fachliches Wissen. Bis heute haben sich in der Schweiz noch keine schwerwiegenden Unfälle ereignet. Aus Deutschland, wo rund 4'700 Biogasanlagen in Betrieb sind, sind grössere Schadensereignisse bekannt. Eine Auswertung dieser Vorkommnisse zeigt, dass es sich aber nie um Risiken mit hoher Wahrscheinlichkeit bzw. grossen Auswirkungen handelt.
Der Aspekt der Sicherheit ist ein zentrales Anliegen sowohl auf Seiten der Anlagenhersteller- und Betreiber, als auch für Sicherheitsspezialisten wie Suva, SVGW, agriss und ESTI. Bestehende Gesetze und Verordnungen gehen nicht spezifisch auf die Problematik bei Biogasanlagen ein, dafür beschreiben verschiedene anerkannte Normen und Merkblätter den Stand der Technik von Biogasanlagen. Die Vorgaben werden teilweise unterschiedlich interpretiert und es findet ein unterschiedlicher Vollzug in den Kantonen statt. Der SVGW hat die Grundlagen zum Stand der Technik von Biogasanlagen in einem neuen Merkblatt zusammengestellt.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass das Thema Sicherheit schon früh in der Planung berücksichtigt werden muss und den zuständigen Behörden das Projekt vorgelegt werden soll. Dies betrifft Neubauten aber auch Anlagenerweiterungen oder –Anpassungen. So können präventive Schutzmassnahmen getroffen werden, um Unfälle aber auch nachträgliche Forderungen von Behörden oder Suva und damit verbundene Kosten zu vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist im Bereich der Ausbildung zu setzen. Bestehende Beratungsangebote, Schulungen und Kontrollen zur Erhöhung und Förderung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes müssen besser koordiniert werden. Es soll ein qualitativ hoher Standard erreicht und gewährleistet werden.
Die angeregten Diskussionen unter den Teilnehmenden zeigten deutlich das grosse Interesse an diesen Fragen. Noch sind nicht alle Probleme gelöst, aber der erste Schritt zu einer umfassenden Lösung ist getan.